Der Hütehund

Der Hütehund

Die ursprüngliche Funktion eines Hütehundes wird heutzutage leider sehr unterschätzt. Da ein Hütehund früher mehrere Stunden am Tag an der Herde arbeitete, ist er auch heute noch extrem arbeitsfokussiert. Hütehunde, die ausreichend ausgelastet werden, sind in der Regel verträgliche und ausgeglichene Hunde, die kaum Probleme bereiten und die mit Ihrer Gelassenheit den Menschen bestechen.


 

Hinzu kommen ganz normale Alltagssituationen: Rennende Kinder, ältere
Menschen – die vornüber gebeugt auf dem Spaziergang entgegenkommen
oder auch nur Menschen, welche den Hund gerne begrüßen und streicheln
möchten – für einen Hütehund kann all dies sehr schnell in Stress ausarten.
Wer auf feinste Signale des Menschen reagieren muss, tut dies nicht nur bei
seinem Menschen, sondern bei allen anderen Zweibeinern, die im Umfeld
leben, sodass es hier recht schnell zu Kommunikationsmissverständnissen
kommen kann. Ganz besonders wichtig ist daher, dass Hütehunde genau
diese immer wieder kehrenden Reize bereits früh und ausreichend kennen
lernen. Ebenso ist es aber unabdingbar, dass der Mensch lernt, auf die
feinen Signale seines Hundes zu achten und lernt, diese zu lesen, um
Stresssituationen ggf. dementsprechend zu verändern, bzw. dem Hund in
diesen die nötige Sicherheit vermittelt.

Zusammenleben mit dem Hütehund

Dabei gibt es viel zu beachten.
Ist das Wissen in den genannten Bereichen nicht ausreichend vorhanden,
hat man Situationen falsch eingeschätzt, so entwickelt sich schnell ein
Fehlverhalten des Hundes.
Aufgrund der Sensibilität dieser Hunde gestaltet sich ein Training dann
häufig als langwierig, da vor allem der Mensch sehr viel hinzulernen muss.
Die Anforderungen an den Menschen, bei welchem ein Hütehund einziehen
soll oder lebt, sind immens. Kommt man diesen Anforderungen nach,
befasst man sich umfassend mit diesem vielfältigen Thema, kennt man sich
mit der Kommunikation und Körpersprache der Vierbeiner aus, bzw. hat
man ein geübtes Auge und kann diese gut lesen, so kann das
Zusammenleben für Mensch und Hund eine wahre Bereicherung darstellen.

Django und seine Familie

Wie es genau geht lernen auch sie bei unseren Trainingstagen in Appenzell.

mehr Informationen dazu

Was aber passiert, wenn diese Hunde „arbeitslos“ sind? Nicht jeder Mensch besitzt eine Schafherde oder kann Laufenten halten, an welchen der Hütehund seiner Arbeit nachgehen kann. Um einen angenehmen Begleiter im Hütehund zu finden, muss aber unbedingt gewährleistet sein, dass dieser Hund gefordert (nicht überfordert!) wird.
Das Agilitytraining zweimal die Woche wird einen Hütehund nicht auslasten, zweistündige Spaziergänge ebenso wenig. Auch bei der Ausbildung zum Rettungshund gibt es Tage, an denen kein Training stattfindet, an welchen ein solcher Hund aber ebenso beschäftigt werden möchte.
Wichtig ist, eine körperliche als auch geistige Auslastung zu schaffen.
Neben aktiven Beschäftigungsformen, wie beispielsweise Agility oder
Treibball, gilt es unbedingt auch ruhigen Beschäftigungsformen, wie
z.B. der Suche nach kleinen Gegenständen oder Fährtenarbeit nachzugehen Ballwerfen lastet den Hund zwar körperlich aus, hat jedoch meist leider zur Folge, dass sich aus diesem Hund ein Balljunkie entwickelt, mit welchem man kaum noch einer ruhigen Beschäftigungsform nachgehen kann.

Artgerechte Auslastung

Um einen Hütehund auszulasten ist daher vom Mensch jede Menge
Kreativität und Einsatz gefragt! Nicht nur in den ersten Lebensjahren des
Hundes, sondern ein Hundeleben lang – eine Aufgabe, die es in sich hat.
Aber auch neben der Beschäftigung dieser Hunde gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hütehunde sind in der Kommunikation und der Körpersprache sehr sensibel! Nun kann man denken: Das bietet sich ja an, denn ich kann mit Hilfe feinster Gesten meinen Hunden dirigieren. Dies ist durchaus möglich und umsetzbar, jedoch muss auch immer die Kehrseite der Medaille gesehen werden.
So rasch wie Hütehunde neue Tricks lernen, so rasch erlernen Sie auch
unerwünschte Verhaltensweisen, sodass der Mensch diesen Hunden immer einen Schritt voraus sein muss. Hinzu kommt, dass auch der Mensch sich seiner eigenen Körpersprache sehr bewusst sein muss. Beugt man sich beispielsweise nach vorn, nur um die Schuhe zu binden, kann dies für einen Hütehund schnell bedrohlich wirken. Häufig gibt es hier Situationen, in denen der Mensch sich seinem eigenen Hund gegenüber bedrohlich verhält, ohne dies zu beabsichtigen. Kommt dies sehr häufig vor, ist es für einen solchen Hund natürlich unglaublich schwierig, Vertrauen zu eben diesem

Django ein holländischer Schapendoes

Django ist ein zweijähriger kastrierter Schapendoes Rüde. Er lebt mit seinem Halter Ehepaar, dem erwachsenen Sohn und zweitweise mit der erwachsenen Tochter und der Oma zusammen. Das „Rudel“ wohnt in einem Mehrfamilienhaus mit einem grossen Garten. In der Nähe gibt es genug Auslaufmöglichkeiten in der Natur.

Er stammt von einem Züchter aus Deutschland, der die Schapendoes Zucht aufgegeben hat und nun Pudel züchtet. Django war der letzte seiner Rasse und ein Jahr als er zu seiner jetzigen Familie kam. Bis zu seiner zehnten Lebenswoche wuchs er aber bei seiner Mutter und seinen Geschwistern auf. Bei der Abgabe wirkte er nicht sehr gepflegt und ängstlich. Die Tatsache, dass er seine Junghundezeit mit einem Pudel-Welpen-Rudel verbracht hat, dürfte sich anfangs auf sein Verhalten ausgewirkt haben.
Das beobachtete Verhaltensproblem war eine blitzschnelle, sehr intensive Abwehraggression gegenüber Artgenossen.

Wir konnten Django und seinen Haltern helfen, indem wir ihnen demonstriert haben wie sie ihrem Hund ihre eigene Souveränität zeigen konnten und er so Vertrauen fasst, dass sie alleine ohne seine Hilfe mit einer möglichen Bedrohung durch den fremden Hund für das Rudel fertig werden können.
Anfangs nahmen wir die Schleppleine zu Hilfe, doch das wichtigste war das Training des Abrufs, um Django gar nicht erst zu dem fremden Hund zu lassen.
Danach setzte er sich brav vor seinen Halter, der ihn beruhigen und für sein richtiges Verhalten belohnen konnte.

Dimitri und Doreen

Dorfstrasse 3

9108, Gonten, Appenzell Innerrhoden

Telefon: +41 78 76 16 036

Email:

info@hundefluesterer-appenzell.ch

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